Hochries Espresso von Consenz Coffee wird Platz 1 im Crema Magazin
- vor 13 Stunden
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Es war nie der Plan, einen „Testsieger“ zu rösten.
In der Rösterei ist es morgens still. Bevor die Maschinen warm laufen. Bevor der erste Shot fließt. Christoph steht oft einfach da, schaut auf die Trommel und denkt.
„Rösten ist kein Rezept. Es ist ein Gespräch“, sagt er.
Ein Gespräch zwischen Bohne und Hitze. Zwischen Erfahrung und Bauchgefühl. Zwischen dem, was möglich ist – und dem, was man wirklich will.
Der Hochries Espresso ist nicht entstanden, weil wir einen Wettbewerb gewinnen wollten. Er ist entstanden, weil Christoph keinen klassischen bitteren Espresso mehr trinken wollte.
Kein verbranntes Dunkel.Kein Rauch ohne Tiefe.Kein Espresso, der laut ist – aber leer.
Er wollte etwas anderes. Etwas, das dunkel und rauchig sein darf – aber gleichzeitig Frucht im Kern trägt. Ein Espresso mit Rückgrat. Aber mit Seele.
Das klingt einfach. Ist es nicht.
Dunkel. Fruchtig. Niemals bitter.
Eine echte Herausforderung.
Dunkel rösten und Frische bewahren – das ist wie mit offener Flamme kochen und trotzdem Präzision erwarten.
Zu kurz geröstet? Der Espresso wirkt dünn.Zu lange? Die Frucht verschwindet. Bitterkeit übernimmt.
Christoph experimentierte mit verschiedenen Röstprofilen. Immer wieder. Kleine Anpassungen. Mehr Entwicklungszeit. Weniger Hitze. Mehr Ruhe.
Die Idee war klar:
Der Hochries sollte in der Tasse Struktur haben. Schokolade. Karamell. Diese angenehme Wärme.
Aber er sollte sich öffnen.Er sollte sich bewegen. Er sollte im zweiten Schluck etwas erzählen.
Also entstand ein 70/30-Blend. Zwei Charaktere, die sich nicht bekämpfen – sondern ergänzen. Einer bringt Körper und Tiefe. Der andere Frische und Leichtigkeit.
„Die Kunst war nicht die Bohne. Die Kunst war das Timing“, sagt Christoph.
Wann dreht man die Energie runter? Wann lässt man laufen? Wann greift man ein?
Rösten ist kein Algorithmus. Es ist ein Handwerk.

Zwischen Siebträger und Vollautomat
Noch komplizierter wurde es, als klar war: Der Hochries muss in zwei Welten funktionieren.
Im Crema Test, lwurde auf einer La Marzocco Linea Mini getestet – mit präzisem Mahlgrad, perfekter Extraktion, Barista-Händen.
Und im Vollautomaten – bei Menschen, die einfach morgens guten Espresso wollen.
Das ist kein leichter Spagat.
Ein Espresso, der zu sensibel ist, bricht im Vollautomaten auseinander. Ein Espresso, der zu robust ist, verliert im Siebträger seine Nuancen.
Christoph wollte beides.
Er wollte einen Kaffee, der Spielraum lässt. Mit dem man experimentieren kann. Mit dem man Mahlgrad, Temperatur, Bezugszeit ausreizen kann. Aber auch einen Kaffee, der schmeckt, wenn man gar nichts ausreizt.
Das ist vielleicht die größte Herausforderung gewesen.
Kein Nerd-Produkt. Kein Einsteiger-Blend.
Sondern ein Espresso, der dich abholt – egal, wo du stehst.
Rösten in den Alpen
Die Rösterei liegt nicht in einer Industriehalle in der Großstadt. Sie liegt in den bayerischen Alpen.
Und ja, das beeinflusst die Arbeit.
Hier ist es ruhiger. Hier ist die Luft klarer. Hier arbeitet man langsamer.
„Du kannst keinen klaren Kaffee rösten, wenn du selbst nicht klar bist“, sagt Christoph.
Es gibt Tage, da sitzt er einfach neben der Maschine. Beobachtet die Farbe der Bohnen. Hört auf das erste Crack. Riecht die Entwicklung.
Rösten braucht Geduld.Und ein Gefühl für den richtigen Moment.
Nicht jede Charge ist identisch. Nicht jede Bohne verhält sich gleich. Das ist kein Fließband. Das ist Handwerk.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum der Hochries nicht wie ein industrieller Espresso schmeckt.
Er hat Ecken. Er hat Tiefe. Er hat Charakter.

Platz 1 – und was das wirklich bedeutet
Als das Crema Magazin den Hochries Espresso testete, wussten wir nur eines: Er wird ehrlich bewertet.
La Marzocco Linea Mini. Mahlkönig E65S. Kein Spielraum für Fehler.
Und dann kam das Feedback:
Haselnussbraune, stabile Crema.Milchschokolade als Basis.Karamell.Ein feiner floraler Hauch.Mittellanger, sauberer Abgang mit sanfter Süße.
Platz 1.
Aber wichtiger als die Platzierung war die Bestätigung: Die Idee funktioniert.
Dunkel, aber nicht bitter. Strukturiert, aber nicht hart.Fruchtig, aber nicht laut.
Der Hochries ist kein Espresso, der sich in den Vordergrund drängt. Er bleibt.
Und vielleicht ist genau das der Punkt.
„Wir wollten keinen Espresso, der polarisiert“, sagt Christoph. „Wir wollten einen, der dich begleitet.“
Vom ersten Shot am Morgen. Bis zum letzten Cappuccino am Abend.
Ein Espresso, der dich nicht überfordert. Aber dir zeigt, was möglich ist.
Kein Trend. Kein Hype. Sondern Handwerk.
Und genau deshalb fühlt sich Platz 1 nicht wie ein Ziel an.
Sondern wie ein Zwischenschritt.
„Wir wollten keinen Espresso, der polarisiert. Wir wollten einen, der bleibt.“
Und genau das tut er.





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